Die erste Geschichte
Die Pilzchen bewegen sich!
Wie Sammy uns ausgesucht hat
Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen.
Wir fuhren nach Wittislingen. Ich hatte nichts mit diesem Ort zu tun; ich wusste nur, dass er existiert. Später war ich oft dort, weil meine damalige Freundin dort wohnte und auch viele gute Freunde, die ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht kannte. Doch eines ist mir bis heute das Wichtigste an Wittislingen:
Mein Liebling wurde dort geboren.
Als wir ausgestiegen waren, konnte man bei einem Blick in den Garten einen ungefähr kniehohen Drahtzaun sehen, in dem sich kleine Pilze befanden. Erst nachdem wir näher herangingen, konnte man erkennen:
Die Pilzchen bewegen sich!
Und wie niedlich sie waren. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele, aber sechs Jack-Russell-Welpen waren es sicherlich. Tolpatschig herumtollende kleine Pilzchen. Einer dieser Knuffs trottete sogar zu meinem 13-jährigen Ich und begrüßte den Menschenjungen in der lebendigen Truppe.
Ein großer Traum von mir wurde wahr: Wir holen einen Hund. Das wollte ich als Kind, solange ich denken konnte. Die Endorphine in meinem Kinderkopf müssen gewaltig gewesen sein, denn jede einzelne dieser kleinen Nudeln hätte ich gerne mitgenommen. Natürlich waren sie alle noch zu jung, und wir waren zunächst nur da, um uns ein Tier auszusuchen.
Die Wahl war jedoch schon getroffen
Bevor ich oder wir alle uns überlegen konnten, welchen Welpen wir gerne mochten, war die Entscheidung eigentlich längst gefallen. Der Kleine, der mich so herzlich begrüßt hatte, war noch niemandem versprochen.
Mr. Samsi höchstpersönlich hatte sich entschieden.
Der wollte wohl zu uns. Von der ersten Sekunde an gab es ein Band zwischen uns, auch wenn wir alle damals noch nicht wussten, wie stark dieses Band einmal werden würde.
Der Beginn einer großartigen Freundschaft
Mutter, Vater, sogar mein großer Bruder: Je näher der Tag der Abholung kam, desto mehr freuten wir uns darauf, unseren kleinen Bobbl in sein neues Zuhause bringen zu dürfen.
Das war gar nicht so selbstverständlich. Meine Mom war eigentlich strikt gegen ein felliges Familienmitglied. Die treibende Kraft hinter dem Entschluss, ein Tier ins Haus zu holen, war – wie wahrscheinlich so oft – der kleine Junge. Also ich.
Natürlich wusste ich nicht genau, was da auf uns zukam. Klar: Du musst Gassi gehen. Du musst füttern. Dass es jedoch bedeutet, einem Lebewesen, ja einer Person, das Ein und Alles zu werden; sein Leben mitzubestimmen und die Verantwortung dafür zu tragen, dass dieses Leben auch lebenswert ist – das versteht ein Kind noch nicht.
Und ein Kind versteht auch noch nicht, wie groß der Einfluss eines solchen bobblhaften Knuffels auf das eigene Leben und die eigene Gefühlswelt einmal sein wird.
Was das Kind jedoch sofort merkt: Der Kleine hat Charakter und Temperament. Von Anfang bis Ende. Sein Blick verriet es jedes Mal, wenn er nicht vorhatte, das zu tun, was man von ihm „erwartete“. Und das war gut so.
„Du musst aber Gassi gehen!“, sagten sie
Props für immer und ewig, Bro! Niemand muss es glauben; jeder hätte die Gelegenheit bekommen sollen, es selbst mitzuerleben: Unser Samson war von Tag eins an quasi stubenrein.
Er war es gewohnt, auf Sägespäne zu machen. Wir hatten die grüne Plastikunterseite eines Hamsterkäfigs damit eingestreut und sie ihm gezeigt. Er hat es sofort verstanden. Ich bin immer noch so stolz auf ihn. Dadurch war es sehr einfach, ihm die nächsten Verhaltensweisen beizubringen.
1 Er geht zum grünen Streubehälter → wir führen ihn zur Terrassentür.
2 Er geht zur Terrassentür → wir pfeifen und legen die Leine an.
Doch raus auf die Straße – darauf hatte er so gar keine Lust.
Fortsetzung folgt …